Schon wieder Updates?! Wohin Windows will
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Schon wieder Updates?! Wohin Windows will

Veröffentlicht am 30. August 2019 um 15:08 Uhr von Simon Goltz

Immer up to date mit Continous Delivery

Kürzlich hat Microsoft das nächste Funktionsupdate von Windows 10 veröffentlicht – Windows 10 1903. Mit dem Erscheinen ist gleichzeitig der Support für eine Vorgängerversion erloschen – Windows 10 1709. Microsoft unterstützt lediglich die letzten drei Windows 10 Versionen. Das bedeutet: Alle anderen Versionen erhalten keine Sicherheitsupdates mehr.  Manch einer mag sich da in die „gute alte“ Zeit zurückwünschen, als man ein Betriebssystem noch über viele Jahre nutzen konnte. Vereinzelt soll es noch Betriebe geben, die Windows XP einsetzen.

Manch einer mag sich bei dem Gedanken, Updates einspielen zu müssen, von Microsoft gegängelt oder gar bevormundet fühlen. Dabei bedient sich Microsoft einer Methodik, die in den vergangenen Jahren stark durch die Web- und App-Entwicklung vorangetrieben worden ist: Continous Delivery – die kontinuierliche Anpassung von Software in kleinen Schritten.  

Continous Delivery wird nicht nur bei Windows 10, sondern auch bei der Office 365 Suite verwendet. Hier werden neue Features und Fehlerbehebungen im Monatsrhythmus veröffentlicht. Auf Mobilgeräten sind die Updatezyklen viel kürzer: Meine Lauf-App ist innerhalb von 5 Tagen von Version 99 auf Version 101 aktualisiert worden. In großen Webanwendungen wie Netflix kann man tatsächlich von kontinuierlicher Veränderung sprechen. Der Nutzer bekommt hiervon in der Regel nichts mit.  

Kurze Updatezyklen: Das sind die Vorteile

Schnelle Bereitstellung neuer Features und Fehlerbehebungen

Der erste Punkt ist offensichtlich. Durch die kürzeren Updatezyklen können Fehler schneller behoben, Sicherheitslücken schneller geschlossen und neue Features ausgerollt werden. In Windows 10 werden Features halbjährlich veröffentlicht.

Standardisierung von Software

Die meisten kennen das: In jedem Unternehmen gibt es sogenannte Legacy Software: Software, die alt ist und eigentlich nicht mehr gewartet wird. Entweder, weil es keinen Supportvertrag gibt, oder weil der Entwickler das Unternehmen verlassen hat. Häufig existieren Sonderentwicklungen oder eigens entwickelte Office Add Ins, die genau auf ein Unternehmen oder eine Abteilung zugeschnitten sind und nun verhindern, dass die aktuelle Office Version installiert werden kann. Nicht zu vergessen sind auch die teuren kundenspezifischen Module für ERP, CRM und weitere Unternehmens-Applikationen. In Workshops spreche ich häufig über alte Zöpfe, die abgeschnitten werden müssen. 

Continous Delivery zwingt zu einer Standardisierung und kontinuierlichen Weiterentwicklung von Software. Wo keine alten Zöpfe wachsen können, muss man sie auch nicht abschneiden.

Veränderung als Konstante für Benutzer

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Gewohnheiten helfen dabei, Dinge schneller und automatisierter bearbeiten zu können. Gewohnheiten können aber auch unflexibel machen. Gerade Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind in einer so dynamischen Branche wie der IT Teil der DNA und überlebenswichtig. Wenn man sich also daran gewöhnt, dass Veränderung Kern der IT-Landschaft ist, kann man dem Neuen gelassen gegenüberstehen. Denn das Letzte Update ist ja erst ein halbes Jahr her – und nicht 10 Jahre wie bei Windows 7.  

Wichtig für den Erfolg von kontinuierlichen Updates ist, dass sie die Benutzererfahrung nicht zu sehr beeinflussen. Mobilgeräte aktualisieren Apps gewöhnlich nachts, Windows installiert Updates im Hintergrund und führt einen Neustart außerhalb der Nutzungszeit durch. Getreu dem Motto: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. 

Simon Goltz synalis

Simon Goltz, Experte für IT-Security und Cloud-Infrastruktur, synalis
Tel. +49 228 9268 0
E-Mail: simon.goltz@synalis.de